Die Modifikation eines Reinraumzelts erfolgt primär über die integrierten Systemnuten der Aluminiumprofile, welche die montage von Monitoren, Ionisatoren oder Ablagen ohne spanende Bearbeitung ermöglichen. Zudem lässt sich die Reinheitsklasse durch den Austausch passiver Deckenplatten gegen aktive HEPA-H14-Filtermodule nachträglich erhöhen, um strengere ISO-Grenzwerte zu erreichen.
Physik der Systemnut: Zerstörungsfreie Integration
Im Gegensatz zu statischen Reinräumen (Trockenbau oder verschweißter Stahl) basiert das Nordair Systems Reinraumzelt auf Aluminium-Konstruktionsprofilen (45 × 45 mm oder 90 × 90 mm). Der technische Kern der Modifikationsfähigkeit ist die Systemnut. Diese Geometrie erlaubt es, Peripheriegeräte mittels Nutensteinen kraftschlüssig zu montieren, ohne das Material zu durchbohren.
Lastaufnahme und Medienführung
Ein häufiges Missverständnis ist, dass Reinraumzelte instabile Provisorien seien. Ein korrekt ausgelegtes 45-mm-Profilsystem von Nordair Systems trägt Punktlasten von bis zu 40 kg pro Strebe. Dies ermöglicht die direkte Integration von:
- Monitorarmen und HMI-Interfaces: Für papierlose Dokumentation direkt am Prozess.
- Ionisationsstäben: Zur Neutralisierung elektrostatischer Aufladung (ESD-Schutz) unter der Filterfläche.
- Medienkanälen: Druckluft- und Stromleitungen werden in den Profilnuten geführt und mit Abdeckprofilen verschlossen, um Toträume für Staubablagerungen zu eliminieren.
Skalierung der Filterbelegung
Die kritischste Modifikation betrifft die Luftreinheit selbst. Die ISO-Klasse wird primär durch den Luftwechsel und die Filterbelegung im Deckenraster definiert. Da Nordair-Systeme ein modulares Rastermaß nutzen, können passive Blindplatten jederzeit gegen aktive HEPA H14 Filter Fan Units getauscht werden. Dies erhöht die laminare Strömungsdichte und verbessert die Recovery Time, ohne dass die Grundkonstruktion verändert werden muss.