Ist eine Reinraumkabine modular erweiterbar?

Zusammenfassung

Die Nordair Reinraumkabine ist durch ihr Aluminium-Profilsystem geometrisch und fluidmechanisch stufenlos skalierbar. Von 10 m² Startfläche lassen sich komplexe Prozessketten bis über 200 m² erweitern, indem zusätzliche Rahmenmodule und Filter-Fan-Units (FFU) nahtlos in die bestehende Infrastruktur integriert werden, ohne die Integrität der bestehenden ISO-Klassen zu gefährden.

Nordair Reinraumkabine (Modular)
Klassischer Reinraum (Sandwich/Trockenbau)
Erweiterungs-Logik
Anbau per Systemnut
(Zerstörungsfrei)
Abriss & Neubau
(Wanddurchbruch nötig)
Lüftungstechnik
Dezentrale FFUs
(Plug & Play Skalierung)
Zentrale RLT-Anlage
(Muss neu dimensioniert werden)
Investitionsrisiko
Gering
(Wächst mit dem Umsatz)
Hoch
(Muss auf maximalen Endausbau geplant werden)
Zonierung
Flexibel anpassbar
(ISO 5-8 mix)
Statisch definiert

Geometrische Skalierung möglich

Im Gegensatz zum konventionellen Reinraumbau (Sandwich-Paneele oder Trockenbau), der statische Endzustände schafft, definiert Nordair die Reinraumkabine als dynamisches Asset. Die Basis bildet ein hochfestes Aluminium-Tragwerk mit durchgehenden Systemnuten. Dies erlaubt eine geometrische Erweiterung des Footprints von initial 10 m² auf über 200 m², ohne dass Abrissarbeiten notwendig sind. Neue Segmente werden mittels Zentralverbindern kraftschlüssig an die bestehende Struktur angeflanscht ("Docking-Prinzip"). Dies ist essenziell für wachsende Fertigungslinien, bei denen Stillstandzeiten (Downtime) durch Baumaßnahmen ökonomisch inakzeptabel sind.

Fluidmechanische Entkopplung und Zonierung

Eine physische Vergrößerung erfordert zwingend eine Anpassung der Strömungsmechanik. Da Nordair-Kabinen dezentrale Filter Fan Units (FFUs) nutzen, skaliert die Luftleistung linear mit der Fläche. Bei einer Erweiterung werden lediglich neue FFU-Raster im Deckenbereich des Anbaus installiert und elektrisch eingebunden. Es ist keine aufwendige Neuberechnung zentraler Lüftungsanlagen (RLT) notwendig. Dies ermöglicht auch die Schaffung unterschiedlicher Reinheitszonen (z. B. ISO 5 im Kernprozess, ISO 7 im Vorbereich) innerhalb einer zusammenhängenden Kabinenstruktur.

Integration komplexer Prozessketten

Die Modularität zielt nicht nur auf Fläche, sondern auf Prozesslogik. Durch die flexible Wandgestaltung (Dibond, Glas, Laserschutz) lassen sich Schleusensysteme, Materialdurchreichen oder Förderbänder nachträglich integrieren. In der Halbleiterfertigung oder Photonik können so lineare Prozessketten ("Flow-Lines") abgebildet werden, bei denen das Produkt von einer Reinheitszone in die nächste gleitet, ohne die kontrollierte Umgebung zu verlassen.