Ist ein Reinraum modular erweiterbar?

Zusammenfassung

Ein Reinraumzelt auf Aluminiumprofil-Basis ist modular erweiterbar, da die Verbindungstechnik (Systemnut) eine zerstörungsfreie Montage zusätzlicher Segmente erlaubt. Durch den Austausch von passiven Deckenplatten gegen aktive Filter-Einheiten (FFUs) lässt sich zudem die ISO-klasse im laufenden Betrieb nachträglich skalieren.

Modulares System (Nordair)
Statisches System (Bau)
Konstruktionsprinzip
Verschraubtes Alu-Profil
(Systemnut)
Geschweißter Stahl /
Trockenbau
Erweiterbarkeit
Zerstörungsfrei
(Jederzeit möglich)
Nicht möglich /
Nur durch Abriss
Partikel-Emission
Keine
(Reinraumtaugliche Montage)
Hoch
(Bohren, Sägen, Schleifen)
ISO-Upgrade
Skalierbar
(Filtertausch im Raster)
Statisch
(Umbau der Decke nötig)
Produktionsausfall
Stunden
Wochen
Investitionsschutz
Hoch (Material wiederverwendbar)
Niedrig (Sunk Cost)
Empfehlung
Zum modularen Zelt
Nicht empfohlen für Agile Tech

Technische Grundlagen

Die Erweiterbarkeit eines Reinraums hängt primär von der gewählten Unterkonstruktion ab. In der Reinraumtechnik unterscheiden man grundsätzlich zwischen statischen Systemen (verschweißte Stahlrahmen/Trockenbau) und dynamischen Systemen (Aluminium-Konstruktionsprofile).

Mechanik der Systemnut

Industrielle Reinraumzelte basieren idealerweise auf eloxierten Aluminium-Strangpressprofilen. Der technische Vorteil liegt hier in der Systemnut. Diese erlaubt es, Verbindungen mittels Nutensteinen und Zentralverbindern kraftschlüssig zu erzeugen, ohne das Material durch Bohren oder Schweißen zu verändern.

  • Erweiterung der Geometrie: Zusätzliche Profilsegmente können an bestehende Stützen angeflanscht werden, um den Footprint (die Grundfläche) zu vergrößern.
  • Nordair Systems Lösung: Wir setzen hierbei auf ein 45 mm Profilsystem mit hoher Wandstärke. Dies gewährleistet, dass bei einer Erweiterung die Statik erhalten bleibt und pro Meter Profilstrebe Lasten von bis zu 40 kg (z.B. für Kabelkanäle oder schwere Monitorarme) aufgenommen werden können.

Skalierung der Reinraumklasse (Fluidmechanik)

Ein häufiges Problem bei wachsenden Anforderungen ist, dass die Partikelgrenzwerte strenger werden (z.B. Wechsel von ISO 7 auf ISO 5).

  • Das Prinzip: Die ISO-Klasse wird durch die Filterbelegung im Deckenraster bestimmt. Je mehr Fläche mit Filtern belegt ist, desto turbulenzärmer und reiner ist der Luftstrom (Verdrängungsströmung).
  • Die Umsetzung: Ein modulares Deckensystem verwendet ein Rastermaß, in dem aktive Filter Fan Units (FFUs) und passive Blindplatten (Polycarbonat/Plexiglas) die gleichen Abmessungen besitzen.
  • Nordair Systems Lösung: Unsere Deckenraster sind so konstruiert, dass Blindplatten jederzeit entnommen und durch H14-HEPA-Module ersetzt werden können. Dies ermöglicht ein Upgrade der Reinheitsklasse ohne baulichen Eingriff in das Gestell.